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„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth Titel Datum
„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth 2010-10-04

Intensive Vorbereitungen zur Eröffnung der „St. Georgsbrücke“

Weiter Bilder vom Brückenbau unter "Fotoalben" (Bilder: FF Grafenwörth - HBI Friedrich Ploiner)

Der Countdown läuft! Bereits am 31. Oktober rollt der Verkehr über die brandneue „St. Georgsbrücke“, welche die Schnellstraßen S5 und S33 zwischen den Schnellstraßenknoten Traismauer und Jettsdorf verbindet. Nach fast 3jähriger Bauzeit neigen sich die Bauarbeiten nun dem Ende zu, welche auch die Feuerwehren der Umgebung intensiv beschäftigt haben.


„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth
„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth 

Die Bauarbeiten blieben zwar zum Glück von größeren Unfällen oder Brandereignissen verschont, aber dennoch gab es bereits für die verschiedenen Phasen der Baustelle einen Notfallalarmplan für die Feuerwehren um jederzeit schnelle, schlagkräftige Hilfe zum Einsatz bringen zu können. Basierend auf den Erfahrungen des Baustellenalarmplans wurde nun auch ein vorläufiger Alarmplan für die Zeit nach der Verkehrsfreigabe erstellt – „vorläufig“ deswegen, da noch im Zuge einer im Oktober stattfindenden Großeinsatzübung Anpassungen vorgenommen werden können.

„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth
„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth 

In Zukunft wird des fast 5km lange neue Autobahnteilstück, wie bei Autobahnalarmplänen üblich, in die Richtungsfahrbahnen „Nord, Wien“ und „Süd, St. Pölten“ unterteilt. Da durch die durchgehende bauliche Mitteltrennung kein Fahrbahnwechsel möglich ist, kann auf Autobahnen nicht auf die Gemeindegrenzen Rücksicht genommen werden. Als zusätzliche Herausforderung in der Einsatzplanung stellten sich die beiden Schnellstraßenknoten Traismauer und Jettsdorf dar – durch den auf den ersten Blick verwirrenden Aufbau der Zu- und Abfahrten ist die Gefahr einer falschen Positionsangabe am Notruf durchaus ernst zu nehmen. Mit dramatischen Folgen: Wird beispielsweise auf der Verbindung von Richtung Krems in Richtung St. Pölten ein Unfall als „von Krems Richtung St. Pölten“ gemeldet, welcher sich aber noch auf der „Vorlandbrücke“ (der „Auffahrt“ zur Donaubrücke) befindet, würde zwar die FF Grafenwörth alarmiert werden, müsste jedoch in diesem speziellen Fall nach Traismauer fahren, dort umdrehen, zurück über die Donau, Richtung Krems auffahren, bei Stratzdorf erneut umdrehen und dann Richtung St. Pölten wieder auffahren um nie als „Geisterfahrer“ unterwegs zu sein!

„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth
„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth 


„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth
„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth 


„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth
„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth 


„St. Georgsbrücke“ bei Grafenwörth
„St. Georgsbrücke“ bei GrafenwörthFoto: Im inneren der St. Georgsbrücke 

Um diesen speziellen Fall zu berücksichtigen wurde statt dem üblichen „Autobahnalarmplan“ ein „Objektalarmplan mit Autobahnverhältnissen“ erstellt. Basierend auf der Trennung nach den Richtungsfahrbahnen „Nord“ und „Süd“ wurden zusätzlich noch Feuerwehren eingeteilt, die parallel von „West“ und „Ost“ zufahren um die Einsatzstelle garantiert in angemessener Zeit erreichen zu können. Außerdem wurde gemeinsam mit der für die Notfallplanung zuständigen Firma „Retter & Partner Zivilingenieure“ festgelegt, dass jede im Erstabmarsch eingeteilte FF mindestens ein Fahrzeug mit 2000l Löschwasser und hydr. Rettungsgerät bereit zu halten hat, weiters wurde gefordert, dass auch immer eine Feuerwehr mit Ladekran und einer Schadstoff-Basisausrüstung bei jedem Einsatz mit ausrücken soll um schon in der ersten Welle für alle Fälle gerüstet zu sein.

Dazu kommt noch, dass der gesamte Brückenbereich von der ASFINAG-Überwachungszentrale in Wien per Video einsehbar ist. Daher wurde vereinbart, dass die alarmierende Stelle bei einem Einsatz auf der Brücke schnellstmöglich in Kontakt mit der ASFINAG-Zentrale treten soll, um zusätzliche Lageinformationen für die ausrückenden Kräfte lukrieren zu können. Aber auch für die Feuerwehren selbst ergibt sich durch Überschneidung der Notrufempfangsbereiche eine komplexe Situation: Je nachdem, auf welchem Punkt der Brücke der Notruf abgesetzt wird, kann jede eingeteilte Feuerwehr entweder von der LWZ, der BAZ Krems, der BAZ St. Pölten oder (im Katastrophenfall) von der BAZ Tulln alarmiert werden, was vor allem bei den Ausrückemeldungen und in der Erstphase zu erheblichen Verständigungsschwierigkeiten führen kann.

Basierend auf den Vorgaben durch Geografie und Ausstattung der Feuerwehren wurden dann vorerst folgende Festlegungen getroffen:

Rifb. Wien „Nord“:
Alarmstufe B1 (Kleinbrand) = FF Traismauer
Alarmstufe B2 (Fzg-Brand) = + FF Krems, Feuerwache Süd
Alarmstufe B3 (Unterstützung) = + FF Krems, Hauptfeuerwache, diensth. Schleife
Alarmstufe B4 (Unterstützung) = + FF Krems, Hauptfeuerwache, Generalalarm

Alarmstufe T1 (Fzg-Bergung) = FF Traismauer
Alarmstufe T2 (Menschenrettung) = + FF Krems, Feuerwache Süd + FF Krems, Hauptfeuerwache, diensth. Schleife
Alarmstufe T3 (mehrfache Menschenrettung) = + FF Krems, Hauptfeuerwache, Generalalarm

Alarmstufe S1 (Ölspur) = FF Traismauer
Alarmstufe S2 (Chemieunfall, Öltreiben) = + FF Krems, Feuerwache Süd
Alarmstufe S3 (Tankwagenunfall) = + FF Krems, Hauptfeuerwache, Generalalarm

Rifb. St. Pölten „Süd“:
Alarmstufe B1 (Kleinbrand) = FF Grafenwörth
Alarmstufe B2 (Fzg-Brand) = + FF Gedersdorf
Alarmstufe B3 (Unterstützung) = + FF Theiß
Alarmstufe B4 (Unterstützung) = + FF Kamp

Alarmstufe T1 (Fzg-Bergung) = FF Grafenwörth
Alarmstufe T2 (Menschenrettung) = + FF Jettsdorf + FF Gedersdorf
Alarmstufe T3 (mehrfache Menschenrettung) = + FF Krems, Hauptfeuerwache, Generalalarm

Alarmstufe S1 (Ölspur) = FF Grafenwörth
Alarmstufe S2 (Chemieunfall, Öltreiben) = + FF Krems, Feuerwache Süd + FF Krems, Hauptfeuerwache, diensth. Schleife
Alarmstufe S3 (Tankwagenunfall) = + FF Krems, Hauptfeuerwache, Generalalarm + SST-Gruppe AFKDO Kirchberg

Fotoalbum zum Ereignis Im Fotoalbum gibt es Fotos zu diesem Ereignis.
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